Team der Kardiologie mit Patient in der Klinik Ottakring

Wiener Gesundheitsverbund: Expertise und internationale Kooperation rettet Herz-Patienten

Komplexer Herz-Eingriff in der Klinik Ottakring erfolgreich durchgeführt

Ein chronisch verschlossenes Herzkranzgefäß wieder zu öffnen, gehört zu den anspruchsvollsten Eingriffen der interventionellen Kardiologie. Ein besonders komplexer Fall ist nun in der Klinik Ottakring erfolgreich behandelt worden. Im Wiener Gesundheitsverbund arbeiten die kardiologischen Abteilungen eng zusammen und tauschen ihr Fachwissen kontinuierlich aus. Darüber hinaus pflegt der Wiener Gesundheitsverbund auch internationale Kooperationen mit ausgewiesenen Spezialist*innen. Bei dem aktuellen Eingriff arbeiteten Alexander Geppert, Vorstand der kardiologischen Abteilung der Klinik Ottakring, und sein Team mit dem japanischen Herzspezialisten Prof. Masahisa Yamane zusammen. Mit speziellen Katheter-Techniken gelang es, das chronisch verschlossene Gefäß wieder durchgängig zu machen. Stents und Medikamenten-beschichtete Ballons sorgen dafür, dass das Gefäß langfristig offen bleibt.

Für Roland Leitner1 bedeutet der Eingriff ein neues Lebensgefühl

Der Fall von Herrn Leitner zeigt, wie wichtig dieser Eingriff für Betroffene ist. Der Patient litt aufgrund des chronischen Gefäßverschlusses unter deutlichen Beschwerden. Schon bei leichter körperlicher Belastung bekam er Brustschmerzen und Atemnot. Alltägliche Aktivitäten wurden dadurch zunehmend schwierig.

Nach dem erfolgreichen Eingriff hat sich der Alltag des Patienten spürbar verändert. Die Beschwerden sind deutlich zurückgegangen, seine körperliche Leistungsfähigkeit hat sich verbessert. Was für viele Menschen selbstverständlich ist – sich zu bewegen, aktiv zu sein und den Alltag ohne ständige Beschwerden zu bewältigen – ist für Herrn Leitner nun wieder möglich.

„Ich merke den Unterschied jeden Tag. Ich kann mich wieder bewegen, ohne Schmerzen und ohne ständig außer Atem zu sein. Und ich kann wieder Pläne für die Zukunft schmieden. Ich bin dem ausgezeichneten Team der Klinik Ottakring dafür sehr dankbar“, freut sich Roland Leitner.

Chronische Verschlüsse

Bei einem chronischen Verschluss ist ein Gefäß über längere Zeit vollständig verschlossen und kann nicht einfach mit einem Draht und Ballon-Katheter passiert werden. Bei langen Verschlussabschnitten lässt sich nicht erkennen, wie der Gefäßverlauf in diesem Bereich ist. Manchmal ist auch der weitere Gefäßverlauf hinter dem Verschluss unklar. Die Wiedereröffnung erfordert deshalb besondere Katheter-Techniken, viel Erfahrung und ein eingespieltes Team. Je nach Situation müssen während des mehrstündigen Eingriffs unterschiedliche Vorgehensweisen miteinander kombiniert und laufend angepasst werden.

Internationale Expertise direkt am Kathetertisch

„Bei solch komplexen Eingriffen ist es entscheidend, den richtigen Weg durch den Gefäßverschluss zu finden. Wir müssen die Situation während der Intervention laufend neu beurteilen und unsere Vorgehensweise entsprechend anpassen. Gerade bei sehr komplexen Fällen ist es daher wertvoll, wenn unterschiedliche Erfahrungen und technische Herangehensweisen unmittelbar am Katheter-Tisch zusammenkommen. Der Austausch mit internationalen Spezialist*innen bringt zusätzliches Know-how in das Team und ermöglicht es uns, auch ganz schwierige Situationen gemeinsam zu lösen“, betont Alexander Geppert, Vorstand der kardiologischen Abteilung der Klinik Ottakring.

Nach der gelungenen Öffnung des Herzkranzgefäßes des Patienten wurde das Gefäß zur Stabilisierung teilweise mit Medikamenten-beschichteten Stents versorgt. Zusätzlich kamen Medikamenten-beschichtete Ballons zum Einsatz. Diese geben wie ein implantierter Stent einen Wirkstoff direkt an die Gefäßwand ab und können dazu beitragen, einer erneuten Verengung entgegenzuwirken. Der Unterschied: „Der Stent verbleibt dauerhaft im Gefäß, auch nachdem er seinen Wirkstoff abgegeben hat. In Folge heilt er langsam im Laufe der nächsten Monate ein, der Medikamenten beschichtete Ballon wird nach 30-90 Sekunden wieder aus dem Gefäß entfernt. Welche Methode nach erfolgreicher Passage eines chronischen Gefäßverschlusses in Frage kommt, muss individuell entschieden werden. Oft sind Kombinationen beider Methoden gefragt,“ erklärt Geppert den Eingriff.

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Wenn hochspezialisierte Medizin Lebensqualität zurückbringt

Der Eingriff zeigt die vielfältigen Möglichkeiten der modernen interventionellen Kardiologie. Je nach Ausgangssituation kann eine CT-Untersuchung der Koronargefäße wichtige Informationen über den Verlauf der Gefäße und mögliche Verkalkungen liefern. Bei Patient Leitner war zunächst die genaue Beurteilung seiner Herzkranzgefäße entscheidend.

Für eine genauere Beurteilung des Befundes und die Planung einer möglichen Behandlung steht anschließend die invasive Koronarangiografie im Herzkatheterlabor zur Verfügung. Dabei werden die Herzkranzgefäße mit Kontrastmittel dargestellt. Ergänzend können bei Bedarf weitere Verfahren eingesetzt werden. Auf Basis dieser Befunde und der Beschwerden wird entschieden, ob eine Wiederherstellung der Durchblutung sinnvoll ist und ob dafür eine Katheterbehandlung oder eine Bypassoperation infrage kommt.

„Bei einem so komplexen Eingriff ist die Freude im Team besonders groß, wenn wir trotz aller Herausforderungen ein nachhaltiges Ergebnis erreichen, dem Patienten damit spürbar helfen können und er seine Lebensqualität nachhaltig zurückgewinnt,“ betont Geppert.

1 Name von der Redaktion geändert